FoodCoop Wildwuchs
Seit etwa einem halben Jahr gibt es wieder eine FoodCoop in Kaiserslautern.
Wir nennen uns Wildwuchs und sind noch eine recht kleine Gruppe, aber "wild" auf neue Leute und Ideen.
Wenn Du Dich weiter informieren willst oder andere von unserer Idee begeistern möchtest,
findest Du
hier unseren aktuellen Flyer.
Wer oder was ist die FoodCoop Wildwuchs
Die FoodCoop Wildwuchs - oder kurz FC Wildwuchs - ist eine Gruppe von etwa 15 Leuten in und um Kaiserslautern,
die sich gemeinsam, gleichberechtigt und auf non-profit-Ebene um die Beschaffung von Bio-Nahrung für
den eigenen Bedarf kümmern.
In den nächsten Abschnitten ist weiter erklärt, wie die FC Wildwuchs funktioniert und was
allgemein unter einer FoodCoop zu verstehen ist. Eine Besonderheit der FC Wildwuchs sei jedoch hier schon
erwähnt: Im Gegensatz zu anderen FoodCoops beziehen wir die Bio-Produkte nicht direkt von Erzeuger_innen,
sondern von einem kleinen Bio-Einzelhändler
in Kaiserslautern. Der direkte Kontakt zu Erzeuger_innen ist zwar grundsätzlich angestrebt, ließ
sich aber aufgrund unserer noch kleinen Gruppe bisher nicht realisieren.
So funktioniert die FC Wildwuchs
Um mitzumachen zu können genügt es, eine kleine Einlage von 10-20 Euro plus einen Einkaufsbetrag
auf das FoodCoop-Konto zu überweisen und bei Volker, dem Betreiber des Naturkostladens,
zwei oder drei mit Deinem Namen beschriftete Stofftaschen abzugeben. Und schon kann's losgehen!
Montags bestellen wir über Internet. Eine_r von uns sammelt die Bestellungen, fasst sie zu einer
Sammelbestellung zusammen und gibt diese an Volker weiter. Bestellt werden kann alles, was Volker beim
Bio-Großhandel bekommt. Feste Preislisten gibt es nicht, da die Preise starken saisonalen Schwankungen
unterliegen. Wir versuchen aber, die Kosten für vergangene Bestellungen transparent zu halten,
sodass jeder sich einen Überblick verschaffen kann. Durch große Sammelbestellungen und
bargeldlose Zahlungen bekommen wir 10% Rabatt.
Dienstags morgens bestellt Volker beim Großhandel.
Mittwochs morgens kommt die Lieferung im Naturkostladen an. Um 18 Uhr trifft sich dann der Packdienst in
Volkers Laden. Dieser Dienst hat die Aufgabe, anhand einer Packliste die Gesamtbestellung in die
Einzelbestellungen aufzuteilen und in die Stofftaschen der einzelnen Leute/WGs zu packen. Ab dann
können diese fertig gepackten Taschen abgeholt werden. Manchmal bilden sich Abholgemeinschaften.
D.h. eine Person nimmt die Taschen von 1-2 anderen Leuten mit und bringt sie diesen vorbei.
Bei Gelegenheit bringst Du Deine Taschen in den Laden zurück, sodass dort immer welche
vorrätig sind. Ab und zu rechnet eine_r von uns ab. D.h. Volker werden die Kosten gesammelt vom
FoodCoop-Konto aus überwiesen. Die Kosten werden dann auf die Einzelpersonen/WGs aufgeteilt und
auf einem virtuellen Konto gebucht. Die virtuelle Kontoübersicht wird für alle transparent
gemacht, sodass jede_r sehen kann, wann mal wieder etwas überwiesen werden sollte. Es ist toll,
wenn Du ab und zu mal einen der anfallenden Dienste übernimmst - gezwungen wird aber niemensch.
Historie
Schon länger bestand die Idee, in Kaiserslautern wieder eine FoodCoop zu starten.
Anfang 2008 kam auch aus dem Kreis der lgkl der Impuls, nochmal was anzukurbeln.
Nun sind wir schon seit einem halben Jahr mit einer kleinen Gruppe dabei, gemeinsam lecker Bio-Essen zu bestellen.
Motivation und vorläufiges Selbstverständnis
Diesen Text haben wir von der vor einigen Jahren in Kaiserslauern bestehenden FoodCoop übernommen
natürlich!
Wir wollen möglichst natürlich produzierte Lebensmittel von alternativ wirtschaftenden Bauern und Bäuerinnen aus der Umgebung von Kaiserslautern. Das kommt unserer Gesundheit zugute und der Natur, die durch die schonende Landwirtschaft und kurze Transportwege entlastet wird. Durch den Direkteinkauf bei einem regional ansässigen Bauern stärken wir gleichzeitig die regionale Infrastruktur und fördern den Bio-Anbau in unserer Region, was uns direkt in vielfältiger Hinsicht zugute kommt (weniger Umweltverschmutzung durch Pestizide und Transport-Abgase, Schonung der Wildtier- und -pflanzenwelt, ...).
menschlich!
Wir wollen der zunehmenden Entfremdung zwischen LebensmittelerzeugerInnen und -verbraucherInnen entgegenwirken, indem wir direkten Kontakt zu den Bauern pflegen, die uns versorgen. Durch persönliche Bekanntschaften, Besichtigungen der Bauernhöfe oder ähnliches wird Vertrauen gefördert und Anonymität überwunden. Auch untereinander lernen sich die Mitglieder der FoodCoop mit der Zeit besser kennen. Sie bilden eine kleine soziale Gemeinschaft. Man kann nette Leute treffen, Informationen aus der alternativen Szene werden ausgetauscht, und die sonst übliche, rein funktionale "Beziehung" zwischen KundIn und VerkäuferIn wird vermieden.
regional!
Die FoodCoop als Verbraucherinitiative bietet Bauern aus der Region einen Absatzmarkt. Dadurch werden lange Transportwege vermieden. Produkte aus der Umgebung kaufen heißt auch, die eigenen Ernährungsgewohnheiten an den wechselnden Jahreszeiten auszurichten und stets frische Lebensmittel ohne lange Lager- oder Transportfristen zu erwerben.
preiswert!
Durch die Umgehung des Zwischenhandels und der unentgeltlichen Eigenleistung der Mitglieder sind die Waren häufig billiger als vergleichbare Waren im freien Handel. Bei Abnahme entsprechend großer Mengen gibt es zusätzliche Rabatte. Wir arbeiten nicht gewinnorientiert. Laufende Kosten für Kopien, Porto usw. werden zu gleichen Teilen von den Mitgliedern getragen. Mitgliedsbeiträge werden nicht erhoben.
selbstorganisiert!
Die Organisation der FoodCoop ist weitgehend herrschaftsfrei und konsensorientiert. Das heißt: Wir haben keinen Vorstand oder etwas ähnliches. Entscheidungen, die alle betreffen, werden vom "Plenum", zu dem alle kommen können, so getroffen, dass sie möglichst von allen getragen werden können. Damit die notwendigen Arbeiten, wie Bestellen oder Abrechnen, gerecht verteilt werden, müssen alle Mitglieder hin und wieder diese Aufgaben übernehmen. Als Kinder einer Gesellschaft, die in einer strengen Aufgabenteilung meist hierarchisch geordnet ist, fällt das sicher nicht immer leicht. Selbstorganisation muss erlernt werden; Experimentierfreude und Vertrauen in unsere sozialen Fähigkeiten gehören dazu.
einfach!
Einfachheit und Durchschaubarkeit sind uns wichtig. Jeder kann mitmachen, sofern kein Mitglied Einwände dagegen hat. Die Mitgliedschaft und das jeweilige Engagement sind freiwillig. Daraus ergibt sich ein gewisser Spielraum in der Mitwirkung, aber auch eine besondere Verantwortung für die Gemeinschaft. Die Kosten für die bestellten Waren werden von "Mitgliederkonten" (die nur auf dem Papier bestehen) abgebucht und werden, wenn nötig, von den Mitgliedern wieder "aufgefüllt". So ersparen wir uns die lästige Kleingeldschieberei. Zunächst sollte die FoodCoop auf Vorbestellung und Abholung ausgelegt sein. Später, wenn sich viele Menschen an ihr beteiligen, kann man auch eine gewisse Bevorratung betreiben, und die Mitglieder können zu bestimmten Zeiten auch ohne Vorbestellung einkaufen.
Anmerkung zum Verständnis: Wir verstehen uns nicht als (Bio-)Dokmat_innen und wollen auch nicht mit erhobenen Zeigefinger
betonten, wie korrekt wir uns doch ernähren. Es ist uns klar, dass Bio-Nahrung zur Zeit nicht für alle erschwinglich ist, dass es noch
andere, dingendere Probleme als Ernährung gibt und dass wir mit einer FoodCoop nicht die Welt retten. Trotzdem sehen wir die FoodCoop
als eine Möglichkeit, unsere Vorstellungen von einem anderen Leben wenigstens in diesem kleinen Rahmen nicht nur theoretisch zu durchdenken,
sondern in der Praxis zu üben.
Links
FAQ - Fragen und Antworten
Was ist eine FoodCoop?
Eine Gemeinschaft von Verbraucher_innen und Erzeuger_innen, bei der persönliche Kontakte bestehen und auf beiden Seiten Vorteile entstehen.
Die Erzeuger_innen können eine gewisse Menge direkt verkaufen und müssen nicht um die einzelnen Kund_innen werben.
Im Supermarkt gibt es doch auch Bio-Artikel, warum sollten wir uns selbst darum kümmern?
Die Verbraucher_innen
unterstützen damit lokalen Bio-Anbau, lernen die Produktionsbedingungen unmittelbar kennen, können so in die Bio-Qualität vertrauen
und bekommen möglicherweise bei Abnahme größerer Mengen Rabatte.
Wie ist das organisiert?
Selbstverwaltet. Das bedeutet, dass es keinen Chef gibt, alle Beteiligten mitentscheiden können, was wie wann bestellt wird, wie abgerechnet wird, wer was
erledigt und so weiter.
Mach mit!
FoodCoop kann nur funktionieren, wenn einige Leute sich aktiv beteiligen. Also: Mach mit!
Je mehr Leute sich auf ihre Art einbringen, umso weniger bleibt an einzelnen hängen.
Es gibt bei uns übrigens keinen Zwang, irgendwelche Tätigkeiten zu übernehmen.
Wenn jemand freiwillig eine Aufgabe übernimmt, wird dies jedoch gern gesehen und häufig gedankt.
Wenn Du Interesse hast, bei der der FoodCoop Wildwuchs mitzuwirken, melde Dich bei Katja (rumpelart #ät# gmx.de) oder direkt über unsere FoodCoop-Liste foodcoop-kl #ät# vollbio.de.
Was aktuell ansteht
(Mitmachen erwünscht!)
- FoodCoop-Interessierte in der Region Kaiserslautern finden.
- Ideen einbringen: Wir sind immer offen für neue Vorschläge und Ideen.
Die Idee verbreiten
FC-FoodCoop-Wildwuchs-Werbefyler zum Ausdrucken und Verteilen.
(alte) PDF-Datei zur Foodcoop zum Ausdrucken und Verbreiten.
"Man muss die Arbeiter nicht so sehr dazu auffordern, die Arbeit niederzulegen, als vielmehr dazu, sie unter eigener Regie fortzuführen." - Errico Malatesta